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	<title>Gewalt Archive - Die Hälfte der Ummah</title>
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	<description>Für starke muslimische Frauen und solche, die es werden wollen</description>
	<lastBuildDate>Tue, 21 Apr 2020 12:38:48 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Gewalt in der Ehe: 6 Dinge, die du tun kannst, um betroffenen Frauen wirksam zu helfen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ummabdurrahman]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Feb 2020 16:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwierigkeiten bewältigen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Schweigen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gewalt in der Ehe ist ein großes Tabu, auch unter Muslimen. Viele betroffene Frauen leider daher im Stillen. Dabei wären sie oft auf Hilfe von außen angewiesen. Doch wie kann diese Hilfe aussehen? Und worauf solltest du als Helfende achten?</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Vielleicht ist es die stille Schwester, der du manchmal beim Einkaufen begegnest. In Begleitung ihres Mannes. An dem nichts verdächtig ist. Vielleicht ist es die Schwester aus dem Tajweed-Kurs in der Moschee. Eine Schwester, die auf dich ganz &#8222;normal&#8220; wirkt, unauffällig, scheinbar glücklich. Vielleicht ist es auch eine Schwester, die dir sehr nahe steht und von der du alles zu wissen glaubst.  </p>



<h2>Eine Schwester wie du selbst</h2>



<p>Wer auch immer sie ist. Wie auch immer sie ist. Sie ist deine Schwester. Die du ehrst. Und die dich ehrt. Für Allah. </p>



<p>Deine Schwester, die vieles mit dir teilt. </p>



<p>Das Frau sein. Den Glauben. Das Recht auf Würde, Respekt und Unversehrtheit. An Körper und Seele.</p>



<h2>Mit einem traurigen Geheimnis</h2>



<p>Aber es gibt etwas, das sie nicht mit dir teilt. Denn es ist ein Geheimnis. Ein schmerzvolles. Von Scham umzäuntes und von wilder Angst bewachtes.</p>



<p>Es ist ihr Geheimnis. </p>



<p>Und seins!</p>



<p>Bis zu dem Tag, an dem sie nicht mehr kann. Weder aushalten. Noch durchhalten.</p>



<h2>Bis das Dunkel sich Bahn bricht</h2>



<p>An diesem Tag wird es aus ihr herausbrechen. Wie ein schwarzer Puma wird es aus seinem dunklen Versteck in ihrem innersten Inneren hervor stürzen. Wird dich anfallen. Und deine Naivität zerfetzen. </p>



<p>Endlich! Und für immer.</p>



<p>Nun ist sie nicht mehr allein mit diesem Untier. Namens SCHWEIGEN. Das in ihr wütet und alles zerreißt, was von ihrer Hoffnung und ihrer Stärke noch übrig ist. </p>



<h2>Und dich sehend macht</h2>



<p>Endlich weißt du und fühlst du als Schmerz in deiner Seele, was sie so lange verschwieg: </p>



<p>Dass sie voller Angst ist. Und ohne Schutz. Dass sie außer sich ist. Vor Schmerz. Und  innerlich zugrunde geht. An Selbstvorwürfen. An Scham. An &#8222;Darüber spricht man nicht!&#8220;</p>



<p>Du weißt jetzt, dass sie in großer Gefahr ist. Dass sie beleidigt, erniedrigt, eingeschüchtert, misshandelt und gequält wird. </p>



<p>Von ihrem Ehepartner. </p>



<h2>Jenseits des Tabus</h2>



<p>Von einem, von dem niemand das jemals erwartet hätte. Weil sein Bart lang, seine Hose gekürzt und seine Gebete regelmäßig sind. </p>



<p>Oder von einem, von dem mancher es im Stillen befürchtet hatte. Ohne es laut auszusprechen.</p>



<p>Vielleicht auch von einem, von dessen Gewalt manche wussten. Oder viele. Die trotzdem schwiegen. </p>



<h2>Nun bist du da &#8230;</h2>



<p>Doch nun bist du da. Stehst neben ihr. Und auch ein bisschen neben dir. Weil das alles sehr viel für dich ist. Sehr plötzlich. Und sehr schmerzhaft.</p>



<p>Aber du bleibst. Und hörst zu. Denn du weißt: einen Zufall gibt es nicht.</p>



<p>Dass eure Wege sich trafen, dass sie gerade dir ihr Vertrauen schenkte und dass dein offenes Ohr auf ihr gebrochenes Schweigen traf &#8211; das war Allahs Plan! </p>



<p>Denn nichts geschieht ohne Seinen Willen.</p>



<h2>Wirst du ihr helfen? </h2>



<p>Mach dir bewusst: Allah prüft dich. Mit dieser Begegnung. Mit ihrer Not. Und deinem Wissen darüber.</p>



<p>Wirst du ihr helfen? Wirst du für deine Schwester da sein? Weil ihre Schmerzen, ihre Angst und ihre Tränen auch deine sind? </p>



<p>Weil du weißt, dass auch du schwach und bedürftig bist. Verletzlich. Und abhängig. Von Allah und dem, was Er dir an Segnungen zuteil werden lässt. </p>



<p> So wie wir alle.</p>



<p> So wie auch Musa, a.s., der sagte:</p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Mein Herr, wahrlich, ich bin all dessen, was du an Gutem auf mich herabsendest, bedürftig. </p><cite>Quran Sura 28:24</cite></blockquote>



<h2>Ja! Aber wie?</h2>



<p>Wenn du bis hierher gelesen hast, dann bin ich sicher &#8211; du wirst sie nicht allein lassen. Du hast Iman. Du hast Mut. Und du hast Barmherzigkeit in deinem Herzen. Du willst ihr helfen! </p>



<p>Aber vielleicht weißt du nicht &#8211; wie?</p>



<p>Dann verzage nicht! Denn ich habe hier sechs Dinge für dich aufgelistet, die du tun kannst, um ihr und anderen Betroffenen beizustehen:</p>



<h2>Schritt 1 &#8211; Glaube ihr! </h2>



<p>Es kann sein, dass das Leid, welches deine Schwester mit dir teilt, dir unvorstellbar erscheint. Unmöglich. Surreal. </p>



<p>Es kann sein, dass es weit jenseits dessen liegt, was du wahrhaben willst &#8211; weil du, gepriesen sei Allah, in einer sicheren und liebevollen Beziehung lebst.</p>



<p>Alhamdullilah bist <strong>du</strong> vor solchen Erfahrungen bewahrt geblieben. Das heißt aber nicht, dass andere sie nicht machen mussten. </p>



<h3>Auch wenn es weh tut</h3>



<p>Daher ist das Wichtigste zunächst, dass du ihr <strong>glaubst</strong>! Und ihr das auch sagst: </p>



<p>&#8222;Ich glaube dir! Ich glaube dir, auch wenn deine Geschichte mein Weltbild in Scherben legt. Ich glaube dir, auch wenn meine Illusionen an deiner Wahrheit sterben.&#8220;</p>



<p>Das ist sehr wichtig. Vielleicht sogar das Wichtigste. </p>



<h3>Weil es ihr weh tut!</h3>



<p>Denn diese Schwester hat dir ihr Innerstes offenbart. Sie hat vor dir den Mantel des Schweigens abgelegt. Und sich dir in ihren ganzen Verletzlichkeit und ihrem zutiefst Verletzt sein gezeigt. Das braucht unglaublich viel Mut! </p>



<p>Und Angenommen werden. In dieser ehrlichen Blöße.</p>



<h2>Schritt 2 &#8211; Nenne die Gewalt beim Namen</h2>



<p>Auch wenn <strong>du</strong> nun weißt, dass sie Gewalt erlitten hat &#8211; es kann sein: </p>



<p><strong>Sie</strong> weiß es noch nicht!</p>



<h3>Worte wirken! Auch wenn sie hart und ungerecht sind</h3>



<p>Es kann sein, dass sie sich zu sehr in Vorstellungen verfangen hat, die ihr Partner ihr über lange Zeit eingeredet hat:</p>



<ul><li> <strong>von sich selbst</strong> (Du bist eine schlechte Frau! Du bist schuld. Du bist zu empfindlich!), </li></ul>



<ul><li><strong>ihrer Rolle</strong> (Du darfst keine Fehler machen! Du darfst keine eigene Meinung haben. Du musst mir immer! alles! recht machen) </li></ul>



<ul><li>und <strong>der Welt &#8222;da draußen&#8220;</strong> (Deine Freundinnen wollen uns auseinander bringen. Die Leute in der Moschee bringen dir falsche Sachen bei. Deine Familie mag dich nicht). </li></ul>



<p>Vielleicht kann sie nicht erkennen, dass es nur ein Gedanken-Gebilde ist. <strong>Sein</strong> Gebilde. Und nicht die Wirklichkeit! Warum? Weil seine Urteile über sie und die Welt zu lange ihre Wirklichkeit waren. Oder noch immer sind.</p>



<h3>Bilder und Normen wirken &#8211; auch wenn sie schwarzweiß oder alt und ungerecht sind</h3>



<p>Hinzu kommt, dass unsere persönliche Vorstellung davon, was Gewalt ist und was nicht, sehr stark davon geprägt ist, was wir aus Film, Fernsehen und Nachrichten kennen (Gewalt = Schläge, Blut, gebrochene Rippen).  </p>



<p>Aber auch von dem, was viele Menschen einer bestimmten Gruppe, der wir uns zugehörig fühlen (Geschlecht, Familie, Kultur usw.), für normal halten. Unabhängig davon, ob es richtig ist. Oder nicht! </p>



<h3>Des einen Norm &#8211; des Anderen Not!</h3>



<p>Typische &#8222;Normalitäten&#8220; könnten zum Beispiel so aussehen: </p>



<ul><li>Es ist nicht schlimm, einer Frau eine Ohrfeige zu geben.</li><li>Männer dürfen Frauen mit Gewalt erziehen.</li><li>Frauen brauchen Härte. </li><li>Frauen darf man(n) nicht trauen.</li><li>Frauen sind weniger wert als Männer. </li><li>Das ist nach dem Quran erlaubt.</li></ul>



<p>Solche Vorstellungen und Normen sind oft sehr einseitig. Nicht mit dem Islam zu rechtfertigen! Und für Betroffene: schlicht verletzend! </p>



<p>Dennoch wirken sie! Auch auf Betroffene. </p>



<p>Besonders wenn sie es nicht anders kennengelernt haben. Weil vielleicht auch ihre Mütter, ihre Schwestern, ihre Tanten von ihren Männern gedemütigt, erniedrigt oder geschlagen wurden. Und keiner etwas dagegen unternahm.</p>



<h3>Das soll Gewalt sein? </h3>



<p>Deshalb kann es passieren, dass betroffene Frauen glauben, das sei &#8222;normal&#8220;. Das sei bei anderen auch nicht anders, das sei ihre Schuld, das sei das Recht ihres Mannes&#8230;</p>



<p>Kurz: Das sei keine Gewalt! </p>



<p>Aber das ist es! </p>



<p>Und das muss jede Betroffene wissen! Und erkennen. Um sich dagegen  wehren zu können. </p>



<p>Bitte hilf ihr dabei.</p>



<p>Damit du das kannst, musst du selber Wissen darüber haben, was Gewalt ist. Deshalb:</p>



<h2>Schritt 3 &#8211; Eigne dir Wissen an und teile es mit anderen</h2>



<ul><li><strong>Lies</strong> alles, was du in die Hände bekommen kannst (zum Beispiel <a href="https://www.re-empowerment.de/">hier</a> oder <a href="https://www.gewaltinfo.at/fachwissen/formen/">hier</a>), um dich darüber zu informieren, was Gewalt ist. Welche Formen von Gewalt es gibt. Wie diese sich zeigen. Und wozu sie führen können.</li></ul>



<ul><li><strong>Teile</strong> <strong>dein Wissen</strong> mit der betroffenen Schwester. Aber auch mit anderen Menschen in deinem Umfeld. Schaffe ein Bewusstsein dafür, dass Gewalt in der Partnerschaft ein großes Problem ist! Gegen das auch die muslimische Community nicht immun ist! Leider!</li></ul>



<ul><li><strong>Vernetze dich</strong> mit Menschen, die sich dafür einsetzen, Betroffenen zu helfen, wie z.B. in Vereinen oder Anlaufstellen vor Ort (Beratungsstellen, Frauenhäuser etc.) oder auf Online-Plattformen (z.B. <a href="https://www.big-berlin.info/">BIG-e.V</a>., <a href="https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/hilfe-beratung.html">Frauen gegen Gewalt</a>, <a href="https://rahmazentrum.de/">Rahma e.V.</a>)</li></ul>



<ul><li><strong>Suche Kontakt zu anderen Betroffenen</strong>, um die Situation, die du gerade (mit-)erlebst, besser einordnen und in Relation setzen zu können.</li></ul>



<ul><li><strong>Wende dich an Glaubensgeschwister in  führenden Positionen</strong> (Lehrer, Ansprechpartner, Imame!). Bitte sie um Rat und darum, das Thema &#8222;Gewalt gegen Frauen&#8220; aus <a href="https://muslimmatters.org/2011/10/22/domestic-violence-series-dedicate-a-khutbah-drive-sample-included/">islamischer Sicht</a> zu besprechen und in Vorträgen/<a href="https://www.youtube.com/watch?v=bA3KaHTvpcc">Videos</a> oder einer<a href="https://www.soundvision.com/article/a-sample-khutba-on-domestic-violence"> Chutba</a> deutlich zu verurteilen.</li></ul>



<h2>Schritt 4 &#8211; Einen Notfallplan erstellen</h2>



<p>Wissen über Gewalt ist wichtig. Keine Frage. Es macht aufmerksam. Es stärkt. Es hilft, geschehene Gewalt einzuordnen. Und doch &#8211; Wissen allein schützt nicht. </p>



<p>Deshalb ist es wichtig, für den Notfall vorbereitet zu sein. Einen Plan zu haben für den Fall, dass es wieder passiert (und das wird es!). Für den Fall, dass ein Schlüssel an der richtigen Stelle, ein Codewort, eine gepackte Tasche entscheidend sein könnten &#8211; für das (Über-)leben der betroffenen Frau.</p>



<h3>Im Notfall wissen, was zu tun ist</h3>



<p>Ein Notfallplan legt detailliert fest: <strong>wohin</strong> (zu wem), <strong>mit wem</strong> (Kinder) <strong>mit</strong> <strong>was</strong> (Dokumente, Tasche) und<strong> wie</strong> (Auto? mit Hilfe der Nachbarin?) sie sich und ggf. ihre Kinder <strong>in Sicherheit bringen</strong> kann.</p>



<p>Einen Vordruck kannst du zum Beispiel <a href="http://www.ncdsv.org/images/DV_Safety_Plan.pdf">hier</a> herunterladen (leider nur auf Englisch). </p>



<p>Diesen Plan kann die betroffene Schwester gemeinsam mit dir ausfüllen, ausdrucken und an einem sicheren Ort aufbewahren (am sichersten ist, wenn sie ihn auswendig lernt, mindestens die Notfall-Nummern!).</p>



<p>Hoffentlich wird sie ihn nicht brauchen. Aber wenn doch, dann ist sie vorbereitet.</p>



<h2>Schritt 5 &#8211; Die Entscheidungen der betroffenen Schwester überlassen</h2>



<p>Auch wenn du gern sofort dafür sorgen würdest, dass der gewalttätige Ehepartner polizeilich angezeigt und gerichtlich zur Rechenschaft gezogen wird&#8230;</p>



<p>Auch wenn du deine Schwester am liebsten sofort aus ihrer Wohnung, ihrer Ehe, ihrer Notsituation holen würdest&#8230;</p>



<p>Tue es nicht, weil <strong>du</strong> es willst. Sondern <strong>nur, wenn sie es will</strong>. Denn </p>



<p>Es ist ihr Leben. Ihre Entscheidung. Und <strong>ihr</strong> Risiko.</p>



<p>Triff keine Entscheidungen über sie hinweg. Das tut schon ein Anderer. Respektiere ihre Grenzen. Ihr Zögern. Ihre Angst.</p>



<h3>Sie entscheidet!</h3>



<p>Denn sie allein weiß, wie schwer es wirklich ist, sich von ihrem gewalttätigen Ehepartner zu lösen. Und warum sie (noch) bleibt. Gründe könnten sein:</p>



<ul><li>zu geringe finanzielle Absicherung</li><li>ohne eigene Krankenversicherung</li><li>kein sicherer Ort, an den sie fliehen kann</li><li>mangelnde Unterstützung durch Familie und Freunde</li><li>ANGST vor der &#8222;Rache&#8220; des (Ex-)Partners.</li></ul>



<p>Studien zufolge ist die Zeit<strong> nach der Trennung</strong> von ihrem gewalttätigen Partner <strong>die gefährlichste Zeit überhaupt</strong> für die betroffene Frau.</p>



<p>Das musst du unbedingt im Hinterkopf behalten! Auch wenn es dir schwer fällt.</p>



<h2>Schritt 6 &#8211; Schütze dich selbst vor dem Helfer-Burnout</h2>



<p>Du weißt jetzt, dass es sehr schwer und auch sehr gefährlich für eine betroffene Schwester sein kann, sich aus einer Gewalt-Beziehung zu lösen. Weil es dafür viel Mut braucht und innere Stärke. Aber gerade diese Eigenschaften fehlen ihr oft. </p>



<p>Denn sie wurden systematisch zerstört. Mit Worten. Mit Schweigen. Oder mit Schlägen.</p>



<h3>Es kann lange dauern</h3>



<p>Daher kann es sehr lange dauern, bis eine betroffene Frau wirklich geht. Oder: Gehen kann. </p>



<p>Vielleicht Wochen. Aber wahrscheinlich viele Monate. Oder gar Jahre. Vielleicht geht sie auch nie. </p>



<p>Daher ist es sehr wichtig, dass du daran denkst, auch dich selbst zu schützen. Indem du auf dich, deine Bedürfnisse und Grenzen achtest.</p>



<h3>Teile deine Kräfte ein</h3>



<p>Um einen Helfer-Burnout zu vermeiden, solltest du:</p>



<ul><li>festlegen, wie viel Zeit du ihr und ihrer Notsituation widmen kannst (z.B. 2 mal pro Woche ein Treffen/Telefonat für eine halbe Stunde)</li><li>Pausen einlegen, wenn dich die Teilhabe an der Situation emotional zu sehr belastet</li><li><a href="http://xn--die-hlfte-der-ummah-kwb.de/selbstfuersorge-ist-auch-fuer-muslimas-wichtig/?_thumbnail_id=1017">fürsorglich mit dir selbst</a> umgehen</li><li>deine Sorgen mit dir <a href="http://xn--die-hlfte-der-ummah-kwb.de/sei-ein-stein-in-deiner-mauer-und-gib-deiner-schwester-power/">nahe stehenden Menschen</a> teilen und besprechen</li><li>dich mit Dua an Allah wenden und Ihn bitten, dir zu helfen und dich zu stärken.</li></ul>



<h2>Nicht leicht, aber lohnend!</h2>



<p>Gewiss, es ist keine leichte Aufgabe, eine Schwester zu begleiten, deren Alltag erfüllt ist von Schmerzen, von Tränen, von Angst und von gefühlter oder tatsächlicher Ausweglosigkeit.   </p>



<p>Aber, sie ist wichtig. Für deine Schwester. Und ihr (Über-)Leben. </p>



<p>Darum &#8211; mach dich stark. Für sie, die dich jetzt braucht. Erleichtere ihr ihre Not. Schütze sie so gut du kannst. Und erinnere dich an das, was der Gesandte Allahs, saws, uns lehrte:</p>



<blockquote class="wp-block-quote"><p>Wer einem Gläubigen eine Sorge von den Sorgen dieser Welt nimmt, dem wird Allah eine Sorge von den Sorgen am Tage des Gerichts nehmen. Und wer einem Menschen in Bedrängnis Erleichterung verschafft, dem wird Allah in dieser Welt und im Jenseits Erleichterung verschaffen. Und wer einen Muslim schützt, den wird Allah schützen im Diesseits und im Jenseits. [&#8230;]</p><cite>Riyadhu-s-Salihin, Hadith Nr.245</cite></blockquote>



<p><em>Hast du schon einmal einer Schwester in einer solchen Lage beistehen müssen? Wie hast du dich dabei gefühlt? Findest du die sechs vorgeschlagenen Schritte hilfreich und realistisch? Bitte schreib es mir in die Kommentare.</em></p>



<p>Quellen:  <a href="https://muslimmatters.org/2016/10/18/four-ways-to-help-a-muslim-victim-of-domestic-abuse/">https://muslimmatters.org/2016/10/18/four-ways-to-help-a-muslim-victim-of-domestic-abuse/</a> </p>



<p>Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/Tama66-1032521/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=1107952">Peter H</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=1107952">Pixabay</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warum Geduld und Gewalt nicht zusammen gehören</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ummabdurrahman]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jan 2020 13:23:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schwierigkeiten bewältigen]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Ehe]]></category>
		<category><![CDATA[Geduld]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder wird Frauen, die der Gewalt ihrer Ehepartner ausgesetzt sind, Geduld empfohlen. Viele Betroffene bezahlen diesen Rat jedoch mit dem Verlust ihrer seelischen und körperlichen Gesundheit. Oft sogar mit ihrem Leben. Schluss damit!</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Gewalt ist mit Geduld nicht abzuwenden. Egal wie groß die Geduld ist. Die Gewalt wird größer sein. Und der Schaden an Leib, Leben und Seele.</p>



<p>Dennoch wird Frauen, die von ihren Ehe-Partnern routinemäßig beschimpft, erniedrigt, gedemütigt, isoliert, geschlagen und gequält werden, noch immer viel zu oft empfohlen: &#8222;Hab Geduld. Halte durch. Erzähl es keinem. Pass dich an. Füge dich. Inshaallah wird alles gut.&#8220;</p>



<h2>Ein falscher Rat! </h2>



<p>Nichts wird gut! So jedenfalls nicht! </p>



<p>Denn dieser Rat ist falsch. Er geht an der alltäglichen Hölle der betroffenen Frau vorbei. </p>



<p>Gibt ihr die Verantwortung für das, was passiert. Und lässt sie allein. Mit ihren Schmerzen an Körper und Seele. Mit ihrer Scham. Ihren Schuldgefühlen. Ihrer Verzweiflung. </p>



<p>Und vor allem mit ihm, der sie quält! Mit verletzenden Worten. Mit Psycho-Tricks. Mit übertriebener Eifersucht. Mit zerstörerischen Wutausbrüchen. Mit Schlägen. Mit Tritten. Mit Würgegriffen.</p>



<p>Und deshalb ist dieser Rat weder gut, noch kann er gut gemeint sein! Statt dessen ist er vor allem eins: gefährlich!! </p>



<h2>Unbehandelte Tumoren töten &#8211; Gewalt auch!</h2>



<p>Wenn jemand einen bösartigen Tumor hat, sagt doch auch niemand, der bei Vernunft ist: &#8222;Wenn du nur genug Geduld hast und niemandem davon erzählst, geht er bestimmt von allein wieder weg.&#8220;</p>



<p>Das sagt niemand. Weil es niemand glaubt. Weil jeder weiß, dass ein Tumor, der nicht behandelt wird, wächst. Dass er sich immer mehr ausdehnt, immer mehr gesundes Gewebe erobert und zerstört. Bis die ersten Funktionen ausfallen. Und dann die nächsten. Bis irgendwann der Tumor über all ist. In jeder Zelle. Und derjenige tot. </p>



<h2>Eine von vielen &#8211; leider!</h2>



<p>Auch sie &#8211; Allah möge sie beschützen &#8211;  könnte vielleicht bald tot sein. So wie jährlich über hundert andere Frauen in Deutschland. Denen das Leben von ihrem<a rel="noreferrer noopener" aria-label=" (Ex-)Partner  (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.zeit.de/gesellschaft/2019-11/beziehung-gewalt-gegen-frauen-partner" target="_blank"> (Ex-)Partner </a>genommen wurde.</p>



<p>Auch sie wird vielleicht bald in der riesigen Menge von <a rel="noreferrer noopener" aria-label="80.000 Frauen (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.tagesschau.de/ausland/un-frauen-opfer-gewalt-101.html" target="_blank">50.000 Frauen</a> verschwinden, die jährlich weltweit durch die Hand ihres Partners oder anderer Angehöriger sterben!</p>



<h2>Durchhalten? Für wen?</h2>



<p>Sie,<a rel="noreferrer noopener" aria-label=" deine Schwester (öffnet in neuem Tab)" href="http://xn--die-hlfte-der-ummah-kwb.de/tag/fuereinander-da-sein/" target="_blank"> deine Schwester</a>, die still gehalten, ausgehalten, &#8222;durchgehalten&#8220; hat. Für die Kinder. Für das &#8222;Ansehen &#8220; der Familie. Für die &#8222;Ehre&#8220; eines Unehrenhaften, der ihre eigene Ehre mit Füßen tritt und ihre Würde mit Fäusten traktiert. </p>



<p>Für alle, die glauben, das geschehe ihr recht. Für alle, die glauben, das gehöre so. Für Frauen. Im Islam. Oder überhaupt.</p>



<p>Für alle, die zu feige waren, ihr zu helfen. Ihr zu glauben. Ihr beizustehen. Und ihren Schmerz auszuhalten. Und den ihrer Kinder.</p>



<p>Für alle, die hinter schönen Wörtern ihre hässliche Angst verbergen. Angst, sich einzumischen. Angst, sich zu irren. Angst, sich die Hände schmutzig zu machen. Mit den Sorgen anderer.</p>



<h2>Angst gegen Angst?</h2>



<p>Aber! Ich frage mich und ich frage dich: </p>



<p>Kann ihre Angst, kann unsere Angst größer sein als die der betroffenen Frau in dem Moment, wenn der Schlüssel sich im Schloss dreht und ihr gewalttätiger Ehemann nach Hause kommt? </p>



<p>Mit hasserfüllten Augen, die ihre Angst nicht sehen. Ihre Tränen. Ihre Liebe. Ihre Hoffnung. Rasend vor Wut wegen irgendetwas, wegen irgendjemand, wegen allem und nichts? Die Hand zum Schlag erhoben? Oder im Würgegriff an ihrem Hals?  </p>



<p>Kann unsere Angst größer sein, als die des Kindes, das sich weinend und zitternd an seine Mutter klammert? Und sie bald darauf wimmernd, wehrlos und würdelos am Boden liegen sieht? </p>



<p>Nein! Kann sie nicht!</p>



<p>Und darf sie nicht!</p>



<h2>Geduld &#8211; ja! Aber an passender Stelle!</h2>



<p>Darum:</p>



<p>Der Rat Geduld zu haben, ist meistens gut. Aber nicht immer. Nicht im Falle von ehelicher oder sonstiger Gewalt! </p>



<p>Er sollte nicht als Ausrede missbraucht werden. Als schön klingender Vorwand, um sich nicht einbringen zu müssen. Um die Augen verschließen zu können vor der Not einer betroffenen Schwester. </p>



<p>Die deine Hilfe braucht! Die unsere Hilfe braucht! </p>



<p></p>



<p><em>Bist du von Gewalt in der Ehe betroffen? Hier findest du Informationen, Rat und Hilfe</em>:</p>



<p><a href="https://www.hilfetelefon.de/">www.hilfetelefon.de</a></p>



<p><a href="http://www.mutes.de/home.html">www.mutes.de</a></p>



<p><a href="https://www.re-empowerment.de/">www.re-empowerment.de</a></p>



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