Knospe meines Herzens – du blühst im Paradies

Vor nunmehr fast sieben Jahren verloren wir unser drittes Kind, eine wunderschöne Tochter, wenige Tage nach ihrer zu frühen Geburt.

Dieser Text beschreibt den berührenden und schmerzvollen Moment, als sie in meinen Armen starb.

“Als die Ärztin dich in meine Arme legte, schlug dein Herz ein letztes Mal. Dann stand es still. Und meines brach. Licht fiel auf dich von draußen her und meine Tränen von ganz innen.

Du lagst da in meinen Armen. Nackt, bloß, still und frei. Frei von all den Schläuchen, Kabeln und Kathedern. Frei von jeglichen Versuchen, dich am Leben zu erhalten. Frei von Schmerzen. Endlich. Frei von dieser Welt, die du nur kurz passiert hast. Von der du nichts gesehen hast. Denn deine Augen haben sich nie geöffnet.

Auch mich hast du nie gesehen. Doch – und daran will ich glauben – gespürt hast du mich. Meine Hand, die dich streichelte. Die versuchte so viel Wärme, so viel Mama wie möglich, in dich, in dein Sterben hineinzulieben.

Einmal habe ich dich weinen hören. Ganz fein und leise. Das war, als ich noch träumte, mit dir heimzukehren. Und man mich träumen ließ, da man es für die Wahrheit hielt. Doch diese war schon schwach, schon am verklingen. So wie dein Weinen. Nicht bestimmt für lange Zeit. Nur für den Augenblick. Inmitten einer Ewigkeit.

Ganz still war es geworden. Vor Schmerz hielten wir den Atem an. Und dich ganz fest. Doch wenn wir dich auch hielten – halten konnten wir dich nicht.

In unseren Herzen spürten wir, wie die Engel deine Seele pflückten. Um mit Händen aus Licht dich hinein zu tragen – in die Ewigkeit.

Und uns hinaus aus einem Traum. Aus einem Leben wie es war. Hinein in Sehnsucht. Grenzenlos. An deiner leeren Wiege.

Alhamdulillah.

Inna lilahi Wa inna ilaihi rajiun.”

Hast auch du ein Kind verloren? Was hat dir geholfen, mit dem Verlust und der Trauer umzugehen? Gab es Menschen an deiner Seite, die den Mut hatten, deinem Schmerz zu begegnen?

Bild von Ulrike Leone auf Pixabay

Ein Kommentar bei „Knospe meines Herzens – du blühst im Paradies“

  1. […] Stücke springt. Es ist ein schwerer Tag – schmerzvoll und dunkel. So wie all die anderen Tage, seit Sarah nicht mehr da ist. Nicht mehr in meinem Bauch. Nicht mehr in ihrem Bettchen. Nicht mehr in diesem […]

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